Geniale Schwünge und Aussichten

Kennen Sie die Zeno 3? Das ist eine nach dem italienischen Abfahrts-Olympiasieger von Oslo 1952 benannte, über weite Strecken blaue Piste in Abetone, die auf dem Grat des Gomito beginnt, um dann im unteren Teil in einen toskanischen Buchenwald einzubiegen. Keine 90 Kilometer vor Florenz! Solchermaßen geht es zu in diesem Buch. Und auch in der Ukraine, in Georgien und Rumänien, in Andorra, in Lappland und auf Zypern, auf Island oder Sizilien erwartet man vieles – aber eigentlich keine Skiabfahrten. Wirklich nicht? Doch, doch! 111 Skipisten in Europa, die man gefahren sein muss heißt jetzt ein Werk aus dem Emons Verlag, das es besser weiß. Die „111er Reihe“ aus der Kölner Bücherschmiede versammelt immer wieder ein paar echt originelle und zeitgemäße Reise-Ideen, um Leser zum Träumen zu bringen. Und führt sie – wie in diesem Fall – zu kuriosen, krassen oder denkwürdigen Abfahrten überall in Europa. Einmal sogar auf einen aktiven Vulkan! Die – natürlich nicht versicherbare – Sechsergoldelbahn am 3.357 Meter hohen Ätna wurde 2021 erst neu errichtet (nachdem der Vorgängerlift mal wieder von der Naturgewalt zerstört worden war).

Ein schottisch-schwedisch-deutsches Dream-Team war – in der Regel jeder auf eigene Faust – unterwegs. Die drei Autoren Christoph Schrahe, Jimmy Petterson und Patrick Thorne arbeiten seit vielen Jahren – und jeweils mit leicht differierenden Rekordambitionen – daran, hunderte Skiparadiese auf allen Kontinenten unter ihre Bretter zu kriegen.

Natürlicherweise interessieren sich Alpine-Kultur-Fans hier am meisten für besondere Hänge, die sich irgendwo zwischen Nizza und Ljubljana verstecken. So ist für Bayern im neuen Band die Garmischer Gletscherabfahrt ausgewählt, während in Balderschwang die FIS-Standard-Strecke mit ein paar knappen und launigen persönlichen Sätzen vorgestellt wird. Viele deutsche, österreichische und Schweizer Pisten waren indes schon im ersten Skipisten-Band der Serie zu finden, sodass innerhalb des Alpenbogens diesmal eher Geheimtipps in Frankreich, Italien, Slowenien zum Zug kommen.

Blick aus einem Hotel der Skistation Flaine auf die „Faust“-Piste hoch über der Waldgrenze. Unten eine Liftsituation in Flaine mit der Architektur von Marcel Breuer.

Da wir in den französischen Alpen die meisten der Pisten selber kennen, wollen wir hier besonders den 13 ausgewählten Skipisten in den Savoyer Alpen huldigen, sie illustrieren und für die nächste Skisause wärmstens empfehlen: Die Auslese der Autoren reicht von dem legendären 19 Kilometer langen Gletschertraumtrip namens „Vallée Blanche“ hoch über Chamonix über die „Reblochon“-Piste in La Clusaz und die „Combe de Caron“ bei Val Thorens bis zur „Sistron“ im südlichen Isola 2000 (von der aus man aufs Mittelmeer blicken kann). Die „Faust“ über dem Retorten-Skiort Flaine ist eine breite Genusspiste im Grand Massif (nahe des Genfer Sees), die zu zwei Dritteln über der Waldgrenze liegt. Sie gewährt einen genialen Blick hinunter auf Marcel Breuers „Bauhaus-Dorf“, das die vielleicht überraschendste Skistation der Welt darstellt. Die Topographie zeigt typische Felsbänder aus Kalk und Sandstein, die hier überall spröde den Schnee durchbrechen. Bei schönem Wetter überragt der Mont Blanc die Szenerie.

Unterwegs in der Seilbahn zwischen den Dörfern von Les Arcs. Unten rechts der Blick auf Arc 2000. Ganz unten ein Wegweiser im Skigebiet Paradiski mit Richtungsangabe zum Gipfel Aiguille Rouge samt der berühmten schwarzen Piste.

Die „Aiguille Rouge“-Abfahrt vom gleichnamigen Gipfel (3226 Meter) ist ein weiterer Skihöhepunkt der Westalpen. Zwischen und über den Skistationen Arc 1800 und Arc 2000 in der Winterlandschaft der Tarentaise beginnt oben am Lift keine geringere Versuchung als die längste schwarze Skipiste der Welt. Zum Glück gibt´s auch ein paar rote Ausweichstellen. Kein Wunder also, dass hier lange auch eine Speed-Skiing-Strecke existierte, auf der Weltrekorde jenseits der 250 Stundenkilometer erzielt wurden. Seit ein paar Jahren wird genau dieses Areal von einer Zipline / Seilrutsche erschlossen, die Passagieren einen 70-sekündigen „Flug“ über das Areal bei Tempo 130 ermöglicht.

Wer also gern Ski fährt und dabei auch noch am liebsten immer völlig unterschiedliche Landschaften genießen möchte, der liegt mit diesem Buch – nicht nur was die Alpen anbelangt – goldrichtig.

Text & Fotos: Alexander Hosch


 

 

 

 

 

Das neue Buch:

Christoph Schrahe, Jimmy Petterson, Patrick Thorne: 111 Skipisten in Europa, die man gefahren sein muss, Verlag Emons, 18 €, www.emons-verlag.de 

 

Skirausch ohne Schneekanonen

Wo können Skifahrende ein Vier-Länder-Panorama mit freiem Blick auf 400 Alpengipfel genießen? Am goldenen Gipfelkreuz der Zugspitze. In Deutschland ist diese Aussicht ziemlich einzigartig. Top of Germany heißt das kleine Skigebiet hoch über Garmisch-Partenkirchen. Jeden Spätherbst vermummt sich das hochalpine Terrain hier für mindestens ein halbes Jahr ganz in Weiß. Gleich von drei Seiten können die Pistenfans es mit Seil- oder Zahnradbahnen erreichen. Und übrigens kommt das kleine Skigebiet da oben völlig ohne Kunstschnee aus.

Damit möchte ich euch zu Beginn der Skisaison das neue Schneelust-Buch von Polyglott ans Herz legen. Andreas Lesti von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ist der Herausgeber. Und sieben Autor*innen, die zusammengerechnet wirklich schon sehr, sehr viele Alpenpisten hinuntergefahren sind, empfehlen 30 Ski-Orte in Europa, in denen die Nachhaltigkeit und ein achtsamer Umgang mit der Natur auf einem besonders guten Weg sind.

Ich durfte einer davon sein und für Schneelust unter anderem Garmisch-Partenkirchen porträtieren. Dort gibt es gleich mehrere Skiarenen. Ich war besonders vom unabhängigen kleinen Zugspitzskigebiet hoch oben angetan. Schon weil es zwischen Schneefernerkopf (2.874 m), Wetterwandeck (2.698 m) und Zugspitzplatt (2.600 m) keine einzige Schneeflocke aus künstlicher Produktion gibt, was eine Seltenheit ist in den Alpen. Lanzen und Schneekanonen wurden hier gar nicht erst aufgestellt. Man kann also nur fahren, wenn es genug geschneit hat. Das ist hier trotzdem ziemlich oft der Fall, in der Regel bis in den Mai.

Neun Aufstiegshilfen gibt es im Zugspitzskigebiet, und seit zwei Wochen kann man nun alle 20 Pistenkilometer befahren. Anfang Dezember wurden u. a. die Skilifte Sonnenkar, Wetterwandeck und Weißes Tal geöffnet, die hier nun alles erschließen. Außerdem erweist sich ein malerischer Winter-Rundwanderweg als zugänglich, die Familienrodelbahn am Gletscher ist auch in Betrieb. Da bereits am ersten Skiwochenende die Skikarten ausverkauft waren, empfiehlt es sich – wenn möglich – lieber wochentags zu kommen und außerdem für Tage, an denen viel Zulauf absehbar ist, die Tickets online zu buchen (www.zugspitze.de).

Letzten Samstag ist zusätzlich die Abfahrt Riffelriß erstmals geöffnet worden. Dabei handelt es sich um einen nicht regelmäßig zugänglichen Superskispaß am Fuß der Zugspitze – erreichbar mit Tourenski oder per Zahnradbahn über die sogenannte Bedarfshaltestelle Riffelriß. Im oberen Bereich führt diese Abfahrt in den freien Skiraum. Die wilde Felskulisse dort mit den steil aufschießenden Riffelwänden kann man als sensationell bezeichnen. Vom Endpunkt eines natürlichen „Tunnelfensters“ aus lockt der Blick hinab auf den Eibsee. Eine Tour für Feinschmecker*innen!

Und los geht’s mit dem Skispaß! Heute früh ist nun auch der Saisonauftakt im größeren Skigebiet Garmisch-Classic weiter unten erfolgt. Ideal am Skiziel Garmisch-Partenkirchen: Man braucht zum Beispiel von München aus bis direkt an die Zugspitzskilifte garantiert kein Auto!

Demnächst schreibe ich euch ein paar weitere Spezialtipps auf, wie man künftig noch mit gutem Gewissen in die Berge fahren kann. Etwa ins Gasteiner Tal oder nach Isola 2000. Das sind meine beiden anderen Texte in Schneelust, dem neuen Standardwerk über geeignete Plätze für nachhaltiges Skivergnügen in den Alpen.

Text & Fotos: Alexander Hosch

Schneelust. Die schönsten Ziele für nachhaltigen Wintersport in Europa, herausgegeben von Andreas Lesti, 2023, mit Beiträgen von Titus Arno, Thomas Biersack, Stephanie Geiger, Alexander Hosch, Andreas Lesti, Barbara Schaefer, Christoph Schrahe.

ISBN 978-3-8464-1000-4

Verlag Polyglott / Gräfe und Unzer, 29 Euro

 

Zu Canova und Scarpa nach Possagno

Auf Streifzügen durch die Prosecco-Hügel lohnt sich immer auch ein Abstecher nach Possagno. Dieser am Fuße des Monte Grappa im nördlichen Veneto gelegene Ort gehört ganz und gar Antonio Canova, der 1757 hier geboren wurde. Und seit 1957 auch ein bisschen Carlo Scarpa.

Schon aus der Ferne leuchtet kalkweiß der Tempio Canovano, eine Pfarrkirche von römischer Grandezza, denn der Meister konnte nicht nur klassizistische Skulptur. In der Pasticceria wird das Schaumgepäck Meringa di Canova verkauft. Und im beschaulichen Ortskern verbergen sich hinter einer schlichten Fassade das Geburtshaus des Künstlers und das Museo Gypsotheca Antonio Canova voller Gipsabgüsse.

Wie Kraftprotze aus einem Superhelden-Comic bevölkern heroische Kolosse die als Basilika konzipierte Ausstellungshalle von 1836: Herkules packt Lichas an Schopf und Fuß, spannt ihn kopfüber als wäre er sein Bogen.

Theseus geht einem Zentauren an die Gurgel. Und Napoleon tritt überlebensgroß, nur mit einem Feigenblatt bedeckt, als Friedensstifter auf (nun ja, an der Selbstgerechtigkeit des Franzosen haben sich schon viele Männer abgearbeitet, zuletzt Ridley Scott und sein düsterer Superstar Joaquin Phoenix). Urspünglich war die idealisierte Aktstatue für einen Ehrenplatz auf der Place Vendôme gedacht, doch der Wirbel, den die Marmorskulptur bei ihrer Ankunft in Paris erzeugte, brachte den Kaiser in Verlegenheit, daher verbot er ihre Präsentation in der Öffentlichkeit. Am Ende besiegelte die Schlacht bei Waterloo nicht nur Napoleons Untergang, sondern auch das Schicksal zahlreicher die Bonaparte-Familie abbildender Kunstwerke – und so endete der „Friedensstifter“ als Kriegstrophäe in der Residenz des britischen Generals Wellington.

In den Gipsabgüssen stecken noch die Rèpere, Bronzenägel, die Canova als Bezugspunkte angebracht hatte, um Maße und Proportionen auf den Marmorblock zu übertragen. Mit einem Finish aus Wachs und Pigmenten wollte er den kalten Stein schließlich zum Leben erwecken. Aber seine monumentalen Kerle wirken dennoch in Kraft erstarrt.

Ganz anders die weiblichen Figuren, für die Canova eine weit poetischere Sprache fand. Die Drei Grazien liebkosen sich in einer einzigen fließenden Bewegung. Und wenn Psyche mit spitzen Fingern auf Amors Handfläche einen Schmetterling setzt, wird der Mythos mit einem Mal greifbar und lebendig.

Mitte der 1950er-Jahre betraut man den 1906 in Venedig geborenen Architekten Carlo Scarpa mit dem Erweiterungsbau der Gypsotheca. Er befreit die Skulpturen, zumindest einige von ihnen, aus ihrer Totenstarre, indem er mit Helligkeit, Heiterkeit und Leichtigkeit interveniert. Seine aus den Ecken des Annex in den Raum ragenden Quaderfenster, Splitlevel und Wasserbecken lassen das Museum behaglich erscheinen – und zugleich lush wie eine kalifornische Villa. Amor, Psyche und viele andere Schönheiten baden und tanzen jetzt im Licht.

Auch Canovas kleine, expressive Terracotta-Modelle, die unerwartet modern anmuten, erhalten in neuen Holzvitrinen endlich die Aufmerksamkeit, die sie verdienen.

Für diese Sensibilität hätte Antonio Canova seinen Landsmann geliebt. Für seine Ode an die tägliche Wanderung der Sonne auch. Für die Fähigkeit, im Spiel von Licht und Schatten eine ganz eigene Kunst zu erzeugen sowieso.

Heute vor 45 Jahren ist Carlo Scarpa, Schöpfer von Räumen im Licht, im japanischen Sendai gestorben.

Text und Fotos ©Alexandra González

www.museocanova.it/en/

Zu den Gipfeln der Renaissance

Bernardino Licinio, Bildnis einer jungen Frau mit ihrem Verehrer, ca. 1520; Paris, Galerie Canesso
Tizian, Bildnis der Isabella von Portugal (Detail), 1548; Madrid, Museo Nacional del Prado

Was ist das nur für ein tolles Felsmassiv da, neben dem der Maler Tizian 1548 Isabella von Portugal porträtiert hat? Und welcher Alpenberg mag das sein, vor dem der kleine Maggi-Junge (Bild-Detail gleich unten) mit seinen Angehörigen um 1575 vor Tintoretto posierte? „Vielleicht ein ganz realer Gipfel in der Nähe des Anwesens der Familie Maggi in Feltre? Genau wissen wir es nicht“, sagt Sammlungsdirektor Andreas Schumacher, der in der Alten Pinakothek die italienischen Gemälde betreut. „Es wäre bei den Motiven dieser Ausstellung natürlich zusätzlich spannend gewesen, auch diese Details noch herausfinden!“

Tatsächlich würde das die Gebirgskunsthistoriker wie uns von der Alpinen Kultur natürlich schon brennend interessieren! Denn in der neuen Schau „Venezia 500<<“, die heute in der Alten Pinakothek in München begonnen hat, tun sich bald in jedem zweiten der rund 85 Bilder – Grafiken, Zeichnungen und Gemälde aus der Zeit der venezianischen Renaissance – unbekannte Gipfel auf. Entweder zieren sie als alpine Idealkulisse die sakralen, mythologischen oder aristokratischen Personengruppen. Oft aber bilden sie wohl ganz real die in der Nachbarschaft vorgefundene Natur ab. In der Tat ist Venedig von den Dolomiten ja nicht viel weiter entfernt als München von der Zugspitze. Und so wie sich bei uns an klaren Tagen nicht selten eine Alpenkulisse hinter der Stadtsilhouette abzeichnen kann, lassen sich unweit der Serenissima an Tagen mit günstigem Wetter zuweilen die Marmolata oder Teile der Dolomitenkette erblicken. Jedenfalls, wenn man nicht nur auf die Kirchen und in die Wasserwellen der Kanäle schaut.

Giovanni Bellini, Maria mit Kind zwischen Johannes dem Täufer und einer unbekannten Heiligen (Ausschnitt), 1500-1505; Venedig, Galleria Dell´Accademia
Giovanni Battista Cima da Conegliano, Hl. Hieronymus in der Wildnis (Ausschnitt), ca. 1500/05; Washington, National Gallery of Art

In der Schau geht es natürlich erst einmal um ganz anderes als um Bergspitzen. Die Kuratoren ließen nach vierjähriger Vorbereitung 70 Gastgemälde von Tizian, Palma il Vecchio, Sebastiano del Piombo, Mantegna, Bellini und Lorenzo Lotto aus Paris, Madrid, New York, Florenz usw. zum Vergleich nach München transportieren. Und vor allem ließen sie 15 eigene venezianische Renaissancebilder der Alten Pinakothek nach allen Regeln der Technik und der Kunst durchleuchten, restaurieren und stilistisch wie kunsthistorisch neu beforschen. Heraus kam mindestens eine Sensation: Die AP besitzt nämlich offenbar ein zweites Gemälde des genialen, schon 1510 mit nur 32 Jahren verstorbenen Venezianers Giorgione, von dem in der ganzen Welt nur etwa 20 gesichert zugeschriebene Malereien existieren.

Andrea Previtali, Allegorie der Fortuna, ca. 1490; Venedig, Galleria dell’Accademia
Bartolomeo Veneto, Maria mit Kind, ca. 1505; Bergamo, Accademia Carrara

Derweil können wir Bergfexe in der Ausstellung all die wunderbaren venezianischen Zeichnungen und Gemälde mit Hieronymus, der Muttergottes, mit verschiedenen Kalvarienbergen, mit Apollo, Adonis, der Allegorie der Fortuna oder den Adligen der Epoche nach bekannten Gipfeln und Spitzen, Ketten und Hügeln absuchen.

Kein einziges Wasserbild ist in der AP dabei! Auch keine Venedig-Vedute. Denn nie war eine Renaissanceschau über die alten Venezianer alpiner als diese Präsentation, die das damalige Verhältnis von Natur und Landschaft zu Menschengruppen analysiert.

Also welcher blaue Gipfel quetscht sich – siehe Aufmacherbild – unter die rechte Achsel des jungen Edelmanns, der um 1500 auf Bernardino Licinios Tafel von einer sich entkleidenden bella donna hingerissen wird? Was für eine Landschaft ragt da dolomitenhaft hinter Johannes dem Täufer und Maria auf? In welchem Bergdorf zwischen Venetien und Lombardei versteckte sich in dem Gemälde von 1505 Bartolomeo Venetos Maria mit dem Kind? Und was für ein schmuckes Seegebirge – anstatt der trockenen Hügel Syriens und Palästinas – umfängt den Heiligen Hieronymus in der Wildnis? – Ohne Zweifel wartet in dieser begeisternden neuen Münchner Ausstellung zur Zeit mindestens eine Doktorarbeit auf eifrige junge Erforscher der alpinen Natur und Kultur.

Text und Fotos: Alexander Hosch

Ausstellung „Venezia 500<<, Die sanfte Revolution der venezianischen Malerei“, Alte Pinakothek München, bis 4. Februar 2024

https://www.pinakothek.de/de/venezia500

Palma il Vecchio, Maria mit Kind und den hl. Rochus und Lucia, 1513/15; München, Alte Pinakothek

 

Alpine Schneelust

„Schneelust“? Ihr großes Vergnügen mit der weißen Pracht des Winters haben immer noch mindestens genauso viele Leute wie früher! Wie aber kann man sich sein gutes Gewissen bewahren und dabei dennoch den ganzen Skispaß behalten?

Ein nagelneues Buch von Polyglott aus dem Verlag Gräfe und Unzer untersucht jetzt die spannendsten kleinen und großen Skigebiete Europas nach Aspekten der Nachhaltigkeit. Wo führt die Bahnlinie bis ins Ortszentrum oder sogar direkt an den Skilift? Welche tollen Plateaus und Pisten in den Alpen müssen überhaupt nicht künstlich beschneit werden? Wer verbannt Verbrennerautos erfolgreich aus seinem Skidorf? Und welcher Hotelier oder Gastwirt bietet seinen Gästen ausschließlich Verpflegung von den Erzeugern gleich nebenan auf dem Teller? 30 alpine Orte und Ski-Terrains zwischen Südtirol, den französischen und Schweizer Alpen, in Tirol, im Allgäu und im bayerischem Oberland werden von sieben aus FAZ, F.A.S. und SZ bekannten, die Natur und den Skisport liebenden Reisejournalisten auf ihre Qualitäten geprüft. Alexander Hosch, einer der Mitbetreiber unseres alpinen Spezialblogs, war dabei und hat drei Texte über die hochgelegenen Pistenareale Garmisch-Partenkirchens, des Gasteiner Tals und von Isola 2000 in Südfrankreich beigesteuert. Dazu gibt es einen kleinen Ausreißer nach Norwegen.

Wer den Planeten bewahren möchte, aber trotzdem weiterhin mit Freude durch den Schnee carven will, für den sind die vielen Tipps dieses hochaktuellen Buchs sehr geeignet.

SCHNEELUST. Die schönsten Ziele für nachhaltigen Wintersport in Europa, Herausgeber Andreas Lesti, bei Polyglott, seit 5. Oktober 2023 im Handel, ISBN 978-3-8464-1000-4  29 Euro.

In ein bizarres Sitz-Paradies


Einmal im Monat, immer am letzten Freitag um 16 Uhr, öffnet bei freiem Eintritt das Format Open Haus in der Mittelhalle im Haus der Kunst. Gute Gelegenheit für Besucher:innen, die genau dann in den nächsten Monaten in Martino Gampers neuer Installation zum Beispiel sitzen, trinken, Stühle verrücken, nach gewissen Regeln sogar deren Funktionen und Charaktere verändern dürfen – oder auch einfach nur gesellig beisammen lümmeln. Der Südtiroler Designer und Künstler hat – als Artist in Residence – seine Schau mit einer kurzen Performance zwischen Tanz, Pantomime und Wirkungstheater à la Pina Bausch gestern selbst eröffnet. „Sitzung“ ist einerseits ein herrlich buntes Potpourri typisch rustikaler, also scheußlich-schöner alpenländischer Eckvariationen. Und andererseits ein gelungenes Beispiel der neuen partizipativen und sozialeren Ausrichtung des Münchner Ausstellungshauses. Die Stühle hat Gamper extra entworfen und bauen lassen. In verschiedenen handwerklichen und industriellen Verfahren sind sie, teils bei der italienischen Firma Alpi, teils in Gampers Londoner Studio, aus Furnieren und Holzresten hergestellt worden. Sie erinnern einerseits irgendwie an die dramatischen und in Auktionen immer sündteuren Möbel von Carlo Bugatti aus der Zeit um 1900. Und ein bisschen an sperrige Alltagsmöbel aus dem Baumarkt, denen jemand im Überschwang zu viele verschiedene Farben, Formen und Materialien verpasst hat. Weiterlesen

Der große Giacometti

Alberto Giacometti im Münchner Umland – und dann gleich mit rund 100 Exponaten! Das ist ein ziemlich guter erster Aufschlag, den Annette Vogel, die neue Leiterin des Museums Penzberg, da letzten Freitag gesetzt hat. Man hätte angesichts der Sammlung Campendonk, die dort sonst im Mittelpunkt steht, eher eine expressionistische Beziehungsgeschichte zum Blauen Reiter erwartet. Stattdessen füllen überraschenderweise die dünnen Bronzeskulpturen mit den doppelten Sockeln, einige Gemälde, viele Zeichnungen, Litho- und Fotografien aus den 1930er bis 1960er Jahren die drei verwinkelten Etagen. Der Schweizer Bildhauer Alberto Giacometti (1901-1966), der mal den Surrealisten, dann wieder mehr den Existenzialisten nahestand, hat sie alle geschaffen. In Paris, wo er fünf Jahrzehnte sein Atelier hatte. Und der Sammler Helmut Klewan, einst Galerist in Wien und München, in Penzberg jetzt der einzige Leihgeber, hat diese Schätze früh für sich erworben. In der Tat ist Giacomettti heute einer der berühmtesten und teuersten Künstler des 20. Jahrhunderts.

Nicht vergessen werden darf, dass hier auch ein Gruß von den südlichen Alpen an die nördlichen Voralpen ergeht: Giacometti (li. mit seiner Mutter)  wuchs als Spross einer Künstlerfamilie im Graubündner Hochtal Bergell auf. Seine Arbeiten bleiben nun einen Sommer lang im bayerischen Oberland: Unter den breiten Schultern der 1801 Meter hohen Benediktenwand.

Text und Fotos:   Alexander Hosch

Ausstellung „Alberto Giacometti – Mensch und Raum – Aus der Sammlung Klewan“ / Museum Penzberg Sammlung Campendonk / Bis 8. Oktober 2023, Di-So 10-17 Uhr  / museum-penzberg.de  . – Aus München braucht man über die Autobahn 45 Minuten. Die Bahn fährt stündlich. Der Fußweg vom Bahnhof zum Museum dauert 10 Minuten.

Krieg und Frieden

Auf dem Kolovrat-Kamm herrscht Stille. Nur das Gurren eines Birkhuhns wird vom Wind herübergetragen. Unter den blaugrauen Wolkenmassen breitet sich eine Landschaft aus, die sich auf der einen Seite über das slowenische Soča-Tal bis zum Triglav-Massiv und auf der anderen Flanke bis zur Adriamündung dieses Flusses zwischen Grado und Monfalcone erstreckt. Isonzo heißt die Soča auf italienischem Boden.

Isonzo steht auch als Synonym für zwölf Schlachten, in denen sich Italien und Österreich-Ungarn zwischen Mai 1915 und Oktober 1917 einen wahnsinnigen Stellungskrieg lieferten. Nun ist es friedlich am Kolovrat. So weltentrückt, dass sich die Seele weiten will. Wären da nicht die italienischen Gefechtsanlagen aus dem Ersten Weltkrieg, die sich Maulwurfgängen gleich in das Erdreich gefressen haben.

 

 

 

 

 

 

Die Isonzofront zog sich mitten durch diese Hochgebirgsregion und verwandelte sie in eine aufgerissene Landschaft. Ein Anrennen gegen die Gipfel und Pässe war das, gewalttätig wogte die Front im Soča-Gebiet hin- und her. Auf beiden Seiten wurde für minimale Geländegewinne ein maßloser Blutzoll entrichtet.

 

 

 

 

 

 

Seit einigen Jahren will ein 500 Kilometer langer „Walk of Peace“, der auch am Kolovrat verläuft, an den massenhaften Kriegstod dieser Männer erinnern. Von den Julischen Alpen über das Collio und den Karst bis zur Adriaküste lässt sich auf diesem Wanderweg entlang von Memorials, Kavernen, Festungen und Friedhöfen über die Geschichte des Kriegs und den Preis des Friedens nachdenken. Über all das Leid, die Opfer, die Unterdrückung, die unzähligen Toten. Eine fortdauernde Warnung eigentlich.

Unten im Tal erzählt das Museum von Kobarid die Geschichten weiter – von den fremden Mächten, die mit Flammenfäusten nach diesem mit Schönheit gesegneten Land griffen. Es mahnt zum Frieden und rückt die Sicht der Leidenden, die bezahlen mussten, in den Mittelpunkt. Krieg ist überall grausam. Wie lässt er sich angemessen beschreiben? In diesem Weltkriegs-Museum, untergebracht in einem wundervoll erhaltenen Barockbau, sprechen vor allem Objekte, Bilder und persönliche Zeilen der entsetzlichen Erinnerung. Grabsteine in der Eingangshalle, die Tür eines italienischen Militärgefängnisses, Tagebucheinträge, Fotografien der von Giftgas entstellten Gesichter.

 

 

 

 

 

 

Auch der damals noch völlig unbekannte Ernest Hemingway erlebte als Sanitätsfreiwilliger auf der Seite der Italiener die Isonzoschlachten. In Fossalta di Piave wurde er schwer verletzt, nicht einmal 19 Jahre war er alt.

Zehn Jahre benötigte der amerikanische Schriftsteller, um seine traumatischen Erfahrungen im Roman „A Farewell to Arms“ zu einer düsteren Liebes- und Antikriegsgeschichte zu verweben. Dieses Buch, Schlüsselwerk der Lost Generation, sollte eines seiner erfolgreichsten werden. Es ist eine schmerzhaft aktuelle Lektüre über das Scheitern des individuellen Glücks in einer Welt der Kälte und des Sterbens. Hemingway kam in dieser Sphäre der Glaube an das Gute abhanden.

Die Welt zerbricht jeden, und nachher sind viele an den gebrochenen Stellen stark. Aber die, die nicht zerbrechen wollen, die tötet sie. Sie tötet die sehr Guten und die sehr Feinen und die sehr Mutigen. Ohne Unterschied.

E. Hemingway, In einem anderen Land

2018 wurde der Roman neu ins Deutsche übertragen, den etwas abwegigen Titel „In einem anderen Land“ behielt man bei. Auf dem Bücherständer im Shop des Kobarid-Museums wird auch diese Rowohlt-Ausgabe angeboten. Man sollte nicht achtlos daran vorbeigehen. Hemingways Text erscheint moderner denn je und derart eindringlich wie es nur große Literatur sein kann.

Text und Fotos © Alexandra González

 

https://www.thewalkofpeace.com/

Seit Kurzem ist die Gemeinde Kobarid auch mit der Augmented Reality App „Walf of peace – Kobarid während des Ersten Weltkriegs“ zu erkunden.

https://www.kobariski-muzej.si/deu/      

 

Gesicht der Erinnerung

Als Drehort sind die Alpen einsame Spitze. Doch nicht jedes Werk, das hier entstand, wird auch als Bergfilm wahrgenommen. Wir stellen Fundstücke abseits des klassischen Genres vor, vom Klischee des Helden im Fels befreit:                               

Heimlicher Alpenfilm #22

Was ist, wenn die Menschen, die man zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Leben liebt, eigentlich immer ein und dieselbe Person sind? Das fragt sich die Hauptdarstellerin von Dominik Grafs Fernsehfilm Gesicht der Erinnerung. Manches darin erinnert an die Totenwelt-Psychologie in Alfred Hitchcocks Vertigo, anderes an Krzysztof Kieslowskis Drei-Farben-Trilogie. Zeiten verschwimmen, Menschen auch. Szenen von jetzt – wie eine ganz normale Autofahrt – werden zu Flashbacks.

Christina (großartig: Verena Altenberger) hatte mit 16 Jahren eine große Liebe, den verheirateten Jacob (Florian Stetter), der bei einem Unfall stirbt, den sie seither aber immer wieder sucht. Neuanfänge werden zu Déjà-vues für sie, Christina verfängt sich zwischen Alkohol, Tabletten, Vorstellungen und Verzweiflung. Nun, 20 Jahre später, scheint sie auf Jacobs Wiedergänger zu treffen: in der Gestalt des jungen Patrick (Alessandro Schuster), der sie nachts mit seinem Auto vor einem Gewitter rettet. Tabula rasa – ein Schluss mit dem Gestern! – wäre wohl die Rettung für Christina. Aber das scheint unmöglich. Alles – Worte, Taten, Gesten, Andeutungen, Merkmale von Sprache und Charakter – führt sie geradewegs in eine Zukunft, die die Vergangenheit ist.

Der 89-Minüter wurde vergangenen Juni in der Sektion Neues Deutsches Fernsehen auf dem Filmfest München uraufgeführt und Anfang 2023 schon in der ARD gezeigt. Wie es dem Filmregisseur Dominik Graf bei TV-Ausflügen immer wieder gelingt, biederen deutschen Sonntagabend-Fernsehroutinen zu entfliehen, etwa in seinen Tatort– oder Polizeiruf-Folgen, ist großer Genuss. Auch hier. Alte Verhängnisse und neue Vermutungen übernehmen schnell das Zepter. Die eigentliche Handlung bleibt ein sanfter Strom im Hintergrund. Und Verena Altenberger, die schon ein paar Mal Grafs Polizeiruf-Kommissarin war, irrlichtert dazwischen. Mit klarem Blick, aber mit unklarem Sinn.

Das eindrückliche Mystery-Spiel läuft vor der Silhouette Salzburgs ab, das neben dem nahen Sankt Johann im Pongau und einzelnen Berglandschaften seinen Platz als charmante Alpenhauptstadt einnimmt. Ein paradiesischer Sommerwald spielt eine Rolle. Eine Schlucht und ein kleines Bergdorf in Italien werden spät ein kurzes, zweites Zentrum dieser paranormalen Filmstory. Drehorte dafür hatte man natürlich rund um die Salzachstadt genug, man fand sie daneben aber auch in Bayern und Tirol. Der Zuschauer fühlt sich definitiv immer wieder mehr an alte Autorenfilme erinnert als an aktuelle Beziehungsdramen, und das ist sehr gut so. Oder an die Romane von Max Frisch, in denen oft Menschen von früher in Leuten von später auftauchen oder aufzutauchen scheinen. Bis die Personen durch das raffinierte Identitätswirrwarr restlos im Nebel zwischen Fantasie und Wirklichkeit verschwunden sind. Die Realität ist eben auch nur ein Vorstellung.

Text:  Alexander Hosch

Gesicht der Erinnerung von Dominik Graf, 2022. Die Produktion des SWR mit dem Österreichischen Rundfunk für das Erste ist bis 8. Mai in der ARD-Mediathek abrufbar. Bis 12. Februar 2024 läuft sie als Angebot des Digitalprogramms One. 

https://www.ardmediathek.de/video/filmmittwoch-im-ersten/gesicht-der-erinnerung/das-erste/

Schwarz wie Schnee

Als Drehort sind die Alpen einsame Spitze. Doch nicht jedes Werk, das hier entstand, wird auch als Bergfilm wahrgenommen. Wir stellen Fundstücke abseits des klassischen Genres vor, vom Klischee des Helden im Fels befreit:                               

Heimlicher Alpenfilm #21

Die Landschaft ist tiefgekühlt. Es schneit dicht. Die Kamera der Anfangssequenz zieht einen eleganten Schwenk über Fluss, Felsen, Schnee. Und landet dann mitten in der weißen Wüste auf dem erfrorenen Gesicht einer Frau. Sie schlägt die Augen auf.

Schlussszene aus dem Film: Das Ermittlerduo Andreas und Constance im tiefen Schnee.

Tod oder Täuschung im französischen Winter? Ein doppelbödiger Film beginnt. Bald geht es um Serienmorde. Da strömen im Geist doch gleich purpurne Flüsse durch die weiße Pracht. Doch die Lage ist anders als für die Schauspieler Jean Reno und Vincent Cassel damals, die im Kassenschlager des Jahres 2000 zwischen Albertville und Grenoble unterwegs waren, also rund 150 Kilometer südlich. Diesmal schwirren die französische Polizistin Constance (Clémentine Poidatz) und ihr Schweizer Kollege Andreas (Laurent Gerra) durch das Grenzgebiet hoch über dem Genfer See. Unmotiviert bis unwillig beginnen sie ihre gemeinsamen Ermittlungen im Nebel und im Schneegestöber. In den eisigen Höhen eines der beliebtesten Skigebiete zwischen Wallis und Haute Savoie wird zuerst die Leiche eines Jugendlichen mit 4 Promille im Blut gefunden, dann werden noch weitere Opfer geborgen. Hängen die Taten zusammen? Sind sie in der gleichen Nacht geschehen? Aus demselben Grund? Bald wird klar: Die Sache hat mit einem Skiteam zu tun, das vor 20 Jahren den Nationalkader bildete. Auch Constances verschollene Schwester gehörte ihm an.

Offenbar schlägt die Vergangenheit jetzt neue Wunden. Aber ist der Mörder nun ein durchgeknallter Tourist? Oder doch ein alter Bekannter? Constance und Andreas pflügen in Eric Valettes Thriller von 2021 mit Schneemobilen, Schlittenhunden, Seilen und Steigeisen durch die Hochebenen und über die Klippen. Ansonsten stochern sie lange im Nebel. Die an sich sonnenverwöhnten Skistationen der Portes du Soleil liegen still, düster und grau. Zwei Drehorte waren das traditionelle Dorf Morzine und das futuristische, vom Pariser Architekten Jacques Labro erbaute Avoriaz auf 1800 Metern, beides prominente Skiresorts.

Doch ist dies weder ein Architektur- noch ein Bergfilm. Auch kein Skifahrerfilm. Vielmehr ein atemberaubendes Rachedrama. Die Energien von einst und heute treffen sich wie in einer Schneekugel, sie bilden Kristalle, kein Molekül kann rein oder raus. Und Constance muss Spuren suchen, ob sie will oder nicht. Welche Rolle spielen der Bürgermeister, der Immobilienzar, der korrupte Umweltschützer? Warum stolpern sie und Andreas über ein Absinthversteck und die gefälschten Schadstoffprognosen eines projektierten Wasserparks? Wieso ist die Kältekammer des abgewrackten Fitnessstudios so perfekt intakt? Die Filmerzählung ist sehr schön spannend – und psychologisch solide konstruiert. Langsam schält sich die schreckliche Wahrheit aus dem Plot. Und die Ästhetik baut auf die Bildermacht der krassesten Steilhänge und Felsgründe. Wer von Morzine per Seilbahn mal selbst ins autofreie Avoriaz hinauffährt (was hiermit empfohlen wird), kann diese besondere Landschaft, unweit des Mont Blanc, jeden Winter in ihrer ganzen Dramatik erleben. Das hat der Regisseur natürlich ausgenützt.

Text und Fotos: Alexander Hosch

 

Schwarz wie Schnee, 2021, 85 Minuten, Verleih: Atlas Film Home Entertainment, DVD / Blue Ray ab 12,99 Euro; Streaming wird auf wechselnden Plattformen angeboten.

 

Und schaut doch bitte – nach dem Lesen – noch zu unserem hier verlinkten heimlichen Alpenfilm #7:

https://www.alpine-kultur.com/die-purpurnen-fluesse-2000/