Die Tugend der Langsamkeit

Jazz, der hübsche Bordercollie mit den hellblauen Augen, will einfach nicht umkehren. Wir sind nach einer Nacht in der Hütte am See samt Tourenski und Bergführer Baptiste schon mehr als eine Stunde zum Mont Cenis aufgestiegen. Doch der Hund unserer Hüttenwirte Nathalie und Alexis begleitet uns noch immer. Wird er etwa auch bei der jetzt anstehenden Abfahrt neben uns herlaufen? Die Tiere – und zwar die wilden und die zahmen – sind eine der großen Besonderheiten eines Urlaubs in der Haute Maurienne Vanoise. Wolfs- und Fuchsspuren haben wir gestern im Schnee gesehen. Schneehasen, Gämsen und sogar Steinböcke sind uns begegnet. Adler und Geier kreisten über die winterweiße Landschaft. Dieses Hochtal ist die stille Seite der Savoie – und ihre Seele. Slow food. Slow life. Slow movements. Hier urlauben Menschen, die auf glamouröse Skistationen – wie Val d’Isère oder Courchevel gleich an den anderen Flanken des Vanoise-Nationalparks – lieber verzichten. Es ist wohl sehr lang her, dass Bezwingertypen wie Napoleon (mit seinen Reitern) oder Hannibal (mit seinen Elefanten) hier ihr Unwesen getrieben haben.

Wir erlebten Jazz, Baptiste und die zweitägige Skitour zur Berghütte Le Toët am Ufer des Lac du Mont Cenis auf 2.043 m Höhe als Abschluss und Höhepunkt von fünf Tagen in einem in Deutschland wenig bekannten Winterferiengebiet. Nichts kommt gegen die hochalpinen Gipfel- und Wolkenstimmungen an, die wir sahen, während wir je fünf Stunden pro Tag mit den Tourenski unterwegs waren. Mal auf, mal ab. Dabei blinzelten wir nicht selten in die Sonne des benachbarten Italiens, wo sich im Osten der noch ältere Nationalpark Gran Paradiso direkt an den 1963 gegründeten französischen Parc nationale de la Vanoise anschließt. Gold wert war daneben, dass unsere Hüttenwirtsleute Klasseköch:innen sind: Sie servierten Fondue Savoyarde, Tartiflette mit Reblochon und ein besonderes Sorbet mit krustigem Dezembergebäck. (Es gibt für Debüttanten auch noch eine etwas kürzere Variante der Tour, die an der Sesselbahn La Ramasse beginnt.)

Ein zweiter Glanzpunkt waren tags zuvor die Tierbeobachtungen am Collet de la Madeleine. Diese Stelle am Talende, kurz vor Bonneval-sur-Arc, ist ein Lieblingsziel in der Haute Maurienne, welches Familien oder Freundesgruppen am besten in Schneeschuhen und idealerweise zusammen mit einem kompetenten Guide wie dem Fotografen und Tierexperten Olivier Trompette erkunden. Er zeigte uns mit seinem Luxusfernrohr, wie die Steinböcke hundert Meter höher durch die Felszacken lugten – fast so als stünden sie direkt neben uns. Am selben Abend erzählte uns Sébastien Brégeon, der Sektorchef des Vanoise-Parks für die Haute Maurienne, von den vier Geierpaaren, die es hier gibt, und davon, dass im Vanoise-Massiv jetzt wieder um die 2000 Steinböcke ihr tägliches Auf-und-ab-Spiel treiben, wo sie hier doch um 1960 schon einmal fast ausgestorben waren. Wegen des besonderen Schutzes im ältesten Nationalpark Frankreichs sind sie über die Jahre aus dem nahen Italien wieder eingewandert. Bei Gesprächen über Gott, die Welt und die Natur erfahren wir im Lokal „Relais des Deux Cols“ bei Diot (das sind typische Würste), Tarte Beaufort (mit dem heimischen Käse) und würzigem regionalen Mondeuse-Rotwein noch viel mehr über das sinnvolle Zusammenwirken von Tourismus und Landschaftsschutz, wie es hier praktiziert wird. Die Natur schützen, Fauna und Flora zählen und klassifizieren, das Wissen der Einheimischen stärken sowie Führungen anbieten – das seien, sagt Sébastien Brégeon, die vier wichtigsten Aufgaben der Belegschaft des Parc national de la Vanoise.

Alpin-Skifahren kann man hier natürlich auch. Sechs jeweils nicht allzu große Skidörfer gibt es in der Maurienne rund um Val Cenis. Sie heißen zum Beispiel Aussois, Bessans, La Norma oder Bonneval – und sie bieten zusammen 350 km Piste. Manche sind aneinandergebunden. Der anspruchsvollste Weg nach unten ist die nach einer Rennfahrerin der 70er-Jahre benannte schwarze Abfahrt Jacot am Lift Met. Vor allem aber gibt es grüne, rote und blaue Pisten – Skispaß für wirklich alle. Die Ticketpreise sind mäßig, verglichen mit bekannteren Skiorten: 40 bis 55 Euro pro Tag.

Lieber als Rekorde und Sensationen schreiben sich die Touristiker hier also Atmosphäre, authentische Erlebnisse und stille Schönheit auf die Fahnen. Die Restaurants und die Pensionen bedienen in den Dörfern und entlang der Hänge mit regionaler Küche und weitgehend leistbaren Unterkünften die Stilvorstellung von Leuten, die slow holidays verbringen wollen – auf Schneeschuhwanderungen oder bei einer Visite in der – teils von Robotern betriebenen – Beaufort-Käseproduktions-Kooperative. Zu den Sportvergnügungen gehört hier viel nordischer Skilanglauf. Dafür gibt es 200 km gespurte Loipen. Athletische Besonderheiten sind Biathlon (es gibt ein Leistungszentrum in Bessans) oder das Eisklettern an einem Wasserfall direkt neben der Biathlonanlage. Davor oder danach besichtigt man Bonneval-sur-Arc – als einziges Dorf in der Savoie trägt es für seine wunderschönen Verzierungen und uralten Holz- oder Steinfassaden sowie Läden voller regionaler Produkte völlig zurecht das Prädikat eines der „plus beaux villages de la France“.

Es ist dabei genussvoll, das einzige Viersternehotel Le Saint Charles zu erleben – mit Pool, Spa, verschiedenen Saunen und gutem Restaurant. Und doch seien alle im Tal froh darüber, so sagt man uns, dass hier in Sachen Luxushotellerie nicht weiter aufgerüstet werden soll. Denn dann würde vielleicht irgendwann ein ähnlicher Run entstehen wie in der benachbarten Tarentaise. Und davon will man sich ja gerade unterscheiden. Als Gast lässt sich das bestens nachvollziehen. Die Aprèsskistadel-Meute haben wir hier, in diesem wunderbaren Tal, von dem aus der Frejus-Tunnel Richtung Piemont so gut erreichbar ist, jedenfalls keinen Augenblick vermisst. Und die italienischen Nachbarn urlauben hier übrigens sowohl im Winter wie im Sommer gern, weil die Haute Maurienne Vanoise in vielen Belangen günstiger ist als die benachbarten Skiorte Sestriere oder Val di Susa. Deutsche Gäste tragen in der ganzen Savoie allerdings im Moment nur 4 Prozent zu den Übernachtungszahlen bei. Sogar aus Brasilien kamen zuletzt mehr, nämlich 5 Prozent. Spitzenreiter sind die Franzosen, dahinter Engländer, Belgier, Niederländer.

Den Tag und die Nacht vor der Ankunft in den Bergen (oder vor der Rückreise) sollte man in Chambéry verbringen. Nichts ist hier spannender als die Tatsache, dass diese hübsche Pforte zum Hochgebirge früher die Hauptstadt eines unabhängigen Herzogtums war. Savoyen wanderte dann im 19. Jahrhundert öfters zwischen Frankreich und Italien hin und her. Angehörige des Hauses stellten von 1861 bis 1946 die italienischen Könige. Wegen seiner exquisiten Lage und der geschichtlichen Disposition gibt es in Chambéry bis heute zahlreiche sehenswerte Adelspaläste mit Trompe-l’œil-Malereien, ein Schloss mit Sainte Chapelle, eine Kathedrale sowie die sehr adrette Innenstadt mit dem Elefantenbrunnen.

Zum Schluss soll ein weiterer Höhepunkt unserer Tage in der Haute Maurienne Vanoise genannt werden, die Begegnung mit den Menschen! Unbezahlbar: Die ruhige, selbstgewisse Ausstrahlung und die selbstverständlich wirkende, vorbildhafte Physis unserer verschiedenen Guides, die hier in den fordernden Gefilden des Hochgebirges nicht selten neben touristischen Einsätzen als Biathleten oder Skilehrer, als Bergführer, Hüttenwirt, Fotograf oder Tierbeobachter den Rest des Jahres noch Brotberufe als Käser oder Almlandwirt ausüben. Sie alle leben in einer Gegend, in der sie wirklich leben wollen. Und das merkt man ihnen in jeder Sekunde an.

© Text & Fotos: Alexander Hosch

 

 

 

 

 

Anreise  Je nach Startregion kann der Zug über Paris direkter und schneller sein als über die Schweiz. Von Paris Gare de Lyon nach Chambéry braucht der schnellste TGV etwa nur drei Stunden. Vier Stunden sind es idealerweise (mehrere Verbindungen täglich) von Paris Gare de L’Est zum TGV-Bahnhof in Modane, einer Pforte zur Haute Maurienne Vanoise. Außerdem verkehren von Chambéry oder von den Flughäfen Genf oder Lyon Shuttlebusse ins Zielgebiet weiter. Sie sind vorher buchbar über www.altibus.com.

Hôtel Le Saint Charles, Val Cenis, ab 146 Euro ÜF, https://www.hotel-saintcharles.com/  

Hotel in Chambéry: La Maison des Ducs, DZ ab 110 Euro + 18 Euro Frühstück, maisonsdesducs.com

Gîte Le Toët, Val Cenis (Mont Cenis) ab € 89 pro Nacht/Bett im Mehrfaschzimmer mit HP,  giteletoet.com, http://www.giteletoet.com/

Preis für eine kleinere Skitour (2 Stunden): wochentags 155 €, sonntags 200 € und an Feiertagen 250 €

Skigbiet Val Cenis 175 km Pisten bis auf 2800 m; Skipass 6 Tage 254 Euro. Val Cenis und die vier nächstliegenden Skigebiete Aussois, Bonneval-sur-Arc, La Norma und Val Fréjus bieten die Möglichkeit, mit dem 6-Tage-Skipass neben dem unbegrenzten Zugang auch zu allen Loipen mit der Skipasserweiterung ESKI-MO auch je einen Tag in den anderen vier Areas zu verbringen; „dynamique pricing“ seit 2023; valcenis.de, valcenis.ski.

Besichtigung/Verkostung in der Kooperative zur Herstellung von Beaufort und Bonneval-Käse: www.coophautemaurienne.fr/visites/visite-cooperative

Tierbeobachtungen mit Olivier Trompette ab 25 Euro für den halben Tag, https://randolivier-vanoise.webnode.fr/hiver-2025-2026/Mit etwas Glück begegnet man Steinbock, Fuchs, Gams, Geier & Co. Bordercollie Jazz ist gibt es nur exklusiv zu erleben: für Gäste der Berghütte Le Toët.

www.explore-savoie.com

www.chamberymontagnes.com

www.haute-maurienne-vanoise.com

Alex Rider (TV-Serie, 2020)

Als Drehort sind die Alpen einsame Spitze. Doch nicht jedes Werk, das hier entstand, wird auch als Bergfilm wahrgenommen. Wir stellen Fundstücke abseits des klassischen Genres vor, vom Klischee des Helden im Fels befreit:                               

Heimlicher Alpenfilm  #18

 

Der 16-jährige englische Schüler Alex Rider ist ein großer kleiner James Bond. Auf der Basis eines Romans der gleichnamigen, bis jetzt 13-teiligen Jugendbuchreihe von Anthony Horowitz wurde 2019 die erste Staffel der TV-Spionageserie „Alex Rider“ gedreht. Alex (gespielt von Otto Farrant) wird darin – unfreiwillig – zum MI6-Mitarbeiter. Ein Teil der acht Episoden spielt in London. Der Rest wurde in ein Eliteinternat namens Point Blanc verpflanzt – scheinbar ein Hilfe-Ort für Problemkinder der Superreichen in aller Welt. Dort wird Alex von seinen neuen Chefs im Geheimdienst als Eleve eingeschleust. Seine Mission: Herauszufinden, warum in Point Blanc wundersame Dinge geschehen. So mogelt sich auch noch eine gehörige Portion Harry-Potter-Charme in den Agenten-Cocktail.

Uns faszinierte hier auch das ästhetische Drumherum dieses spannenden und hochaktuellen Coming-of-Age-Plots: Denn das Gebäude Point Blanc ist eine verstörend dramatische Mixtur aus Ritterburg und Art-déco-Palast, himmelhochalpin und extra-malerisch zwischen der Schweiz und Frankreich gelegen. Lässig und locker durchpflügt der blonde Alex die Tiefschnee-Umgebung des einsamen Internats mit seinem umfrisierten Bügelbrett, das ihm als Snowboard dient. Bis ihn die rasend schnellen Snowmobiles der schwerst bewaffneten Schulwächter verfolgen, die die Vorzeige-Nichtsnutze von Point Blanc angeblich nur bewachen. Die weiträumige weiße Wüste rund um das monumentale Schulschloss – Kenner denken sofort an Skigenüsse in der seidigen Freerider-Pracht der drei Täler rund um Courchevel und Méribel – wird für Alex Rider zur Action Art zwischen Wintersturm und Kugelhagel. In puncto Effektkunst und Drehbuchwitz steht die Serie dabei den besten adulten Thriller-Abenteuern in nichts nach. Bald kommt Alex einem düsteren Klon-Geheimnis und einer grandiosen Machtstreberei und Weltverschwörung auf die Spur.

Als wäre es von Robert Mallet-Stevens entworfen: das teuflische Internat Point Blanc

Verblüffend ist, dass die Hochalpenkulisse, durch die der Held vor den Schneemobilen flüchtet, die Gipfel Frankreichs und der Schweiz lediglich nachbildet. In Wahrheit nämlich gab Sinaia, das größte Skigebiet Rumäniens, das prachtvolle Filmpanorama ab. Das Setting soll dort von der Crew viel günstiger einzufangen gewesen sein als an allen Schweizer oder französischen Schauplätzen rund um Mont Blanc und Matterhorn. Leider glaubhaft. So schlugen die Regisseure Andreas Prochaska und Christopher Smith also den umgekehrten Weg ein, den 1967 Regie-Superstar Roman Polanski ging, als er seinen Dracula für Tanz der Vampire real nachts in den Dolomiten aufweckte statt in Transsylvanien. Alex Rider wurde in Teilen nahe Sinaia, der Perle der Karpaten, gedreht – um die Savoyer Alpen mit Hilfe von rumänischem Schnee darzustellen. Sehr tolle Serie in extrem beeindruckendem Setting. Nicht nur für die vielen Fans der Horowitz-Jugendbücher geeignet. Es gibt zwei weitere Staffeln.                         TEXT:      Alexander Hosch

Alex Rider ist eine Produktion von Eleventh Hour Films und Sony Pictures Television für Amazon Prime und IMDb TV. Bis 13. Februar ist Staffel 1 der Serie in der ZDF-Mediathek zu sehen, danach weiterhin in Amazon Prime. Staffel 2, mit ebenfalls acht Episoden zwischen 43 und 45 Minuten, startete im Dezember 2021 bei Amazon Prime Video. Staffel 3 ist abgedreht (in Deutschland zu sehen vermutlich ab Ende 2022).

Die Screenshots stammen aus Trailern in der ZDF-Mediathek und von Amazon Prime.

Fan-Website  www.alexrider.fandom.com (dort auf „Point Blanc“, dann auf „Point Blanc Academy“ klicken): Infos zu den inneren Werten des Gebäudes – Grundriss, Ästhetik, Raumplan.

Les Menuires

Wie wird man als Skiort nicht größer ? So etwas ist im Jahr 2017 in den Hochalpen eine wichtige Frage. Les Menuires, eine der schönsten Familien-Destinationen im französischen Skigebiet 3 Vallées, hat vor einiger Zeit entschieden: 25.000 Gästebetten sind genug! Wie verhindert man also weitere Bodenversiegelung, wo die größte Ski-Region der Welt doch schneesicher ist und garantiert weiter die Menschen strömen werden?

Die kleine Skistadt, benannt nach den Kohleminen von einst, sanierte 2012 als erstes ihre Hotel- und Appartementblocks. Nun sehen die Großbauwerke direkt am Skihang wieder blitzsauber aus. Vor allem der elegant und extralang wie ein Ocean Liner an der Schneepiste hingezogene „Brélin“ von 1973 ist ein spektakulärer Hingucker. Mit Flachdächern, Sonnenterrassen, langen Fensterzeilen und freiem Grundriss steht er im Geiste Le Corbusiers und gehört ganz offiziell zum französischen Architekturerbe des 20. Jahrhunderts.

Dann kam der zweite Streich, ein Novum. Die Stadtspitze überzeugte mit Hilfe der kommunalen Immobilienagentur Samrenov Besitzer von in die Jahre gekommenen Studios, diese doch mal zu renovieren und elf Jahre lang in den Ferienmietportalen des Ortes anzubieten. Dafür floss und fließt richtig Geld – bis zu 15.000 Euro pro Einheit. Cash! Und sogar, wenn man selbst umbaut. Das Modell ist ein Erfolg. Win-win: Die Gäste genießen nun zeitgemäße Küchen, Bäder und Interieurs. Und Les Menuires kriegt seine Altlasten strahlend schön – zudem muss es keine Neubauten genehmigen.

So kann sich Les Menuires nun wieder ganz auf seine größten Besonderheiten konzentrieren: die Freeride-Reviere zwischen Mont de la Chambre und Pointe de la Masse. Die Gäste können praktisch von jeder Unterkunft aus direkt mit ihren Skiern losstarten. Über die Seilbahnen ROC 1 und ROC 2 ist zum Beispiel ein phantastisches, weil besonders riesiges Gelände zu erreichen. Hier kann der Gast, bei vollkommener Stille und oft ganz allein, immer irgendwo erste Schwünge in den Tiefschnee setzen. Oder, wenn der letzte Schneefall schon ein paar Tage zurück liegt, sich von einem kundigen Guide im flachen Terrain über „Betonschnee“ geleiten lassen. Auf dem dann höchstens ein paar Eisbrösel bröckeln. Eine ganz eigene Kunst und Erfahrung.

Das Hochtal Vallée des Belleville ist auch als Ganzes besonders. Saint-Martin auf 1400 Metern Höhe spielt die faszinierende Rolle des authentischen Savoyer Dorfes. Hierher kommt, wer das Alte liebt. Jede Abweichung vom Original-Stil ist verboten. Alte Ställe, Brotbackhäuser und Bauernhöfe verbreiten Flair, darunter ein Lokal mit 3 Michelin-Sternen, La Buitte. Les Menuires auf 1850 Metern ist die Trabantenstadt von 1972, siehe oben – Stahlbeton in den Bergen, enorm effektiv und von rauhem Charme. Und Val Thorens schließlich ist das Juwel der Party-Jugend – ein legal High auf 2.300 Metern -, und somit das höchste Alpenskidorf. Bis knapp unter die Lawinenschutzzäune ist gebaut. Jedes Hotel ein kleiner Adlerhorst. Skifahren kann man im Mai noch. Und an der Piste geht hier täglich die Party ab, zum Beispiel im Folie Douce, einer Mischung aus Restaurant, Konzertclub und Afterski-Bar. So kann das Belleville-Tal mithalten im Wettbewerb gegen die luxuriösen Superstationen Courchevel und Méribel, die nur ein paar Lifte und Tiefschneeabfahrten weiter liegen.

Skigebiet  Die Saison 2017/18 startet am 9.12. – für je 6 Tage gibt es die Skipässe Solo (300 €), Duo (290 € pro Person), Tribu (285 € pro Person für Gruppen ab 3) und Familie (240 € pro Person). Zirka 600 km Abfahrten, 166 Skilifte (Les Trois Vallées gesamt).

Unterkunft  Neue 4-Sterne-Residenz Le Coeur des Loges, Suite/Appartement ab ca. 2000 € die Woche (Offerten günstiger), http://www.mmv.fr

Anreise  Flug München – Genf ca. 1 Stunde (ab ca. 106 Euro einfach) plus 1 1/2 Stunden Hotel-Shuttle. Oder Pkw.

Text: Alexander Hosch